Elisabethinen
 
 
   
   
Die Elisabethinen
Spiritualität
Elisabethinen im Klostergarten


LEGT NICHT ALLES FEST! LEBT!
In den Konstitutionen der Elisabethinen von 1745 ist es schwarz auf weiß zu lesen: "Legt nicht alles fest! Lebt!" Diese Aufforderung gilt verbindlich, denn Konstitutionen haben in einer Ordensgemeinschaft nicht nur Grundsatz-, sondern auch Rechtscharakter.
Diese Bereitschaft zu einer beständigen Revision ihrer Lebensform ist ein ausdrückliches Bekenntnis der Elisabethinen zu der vom II. Vatikanum geforderten Reform der Ordensgemeinschaften im Sinne des Aggiornamento der Kirche an die jeweiligen Zeitumstände.

Für die Elisabethinen - wie für alle tätigen Orden - ist es sehr wichtig, daß sie ihre Berufung heute in einer zeitgemäßeren Form leben können und sollen, als es ihren Mitschwestern in früheren Zeiten unter den damals ganz anderen gesellschaftlichen Bedingungen gestattet war
Immerhin sind heute die Schwestern durch ihre Tätigkeit im Krankendienst mitten in das aktuelle Zeitgeschehen hineingestellt.
Sie müssen ihre religiöse Berufung und ihren Dienst an den Kranken zu einer einheitlichen, ganzheitlichen Ausprägung bringen. Das verlangt von der einzelnen Schwester Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit ebenso wie den dienenden Gehorsam.

Wenn sich die geistlichen Schwestern täglich nach ihrer Berufsarbeit in den klausurierten Privatbereich begeben, wohin ihnen niemand aus dem Kreis der Berufskolleginnen und -kollegen folgen kann, wird jene zweite Seite ihres gottgeweihten Lebens aktuell, zu der sie sich durch ihren Eintritt in den Orden entschlossen haben: das gemeinsame Gebet und das geschwisterliche Zusammenleben in der Konventgemeinschaft.
Der Bogen ist weit gespannt: einerseits das Schöpfen aus der Spiritualität der Ordensheiligen Franziskus und Elisabeth, andererseits der tägliche Umgang mit modernster Technologie und die Begegnung mit Menschen der verschiedensten Weltanschauungen.

An den geistigen Wurzeln hat sich nichts geändert, auch wenn sich im Lauf der 250 Jahre am äußeren Rahmen des klösterlichen Lebens und Wirkens viel gewandelt hat. Denn geistig-religiöse Werte, sofern sie in die Mitte menschlicher Existenz treffen, sind zeitlos.

Auch wenn wahrscheinlich eine Elisabethine von 1745 die Elisabethine von 1998 nicht auf Anhieb als Mitschwester identifizieren könnte, weil sich Kleid und Verhaltensform gravierend geändert haben, sie würden sich dennoch sehr bald erkennen, am Geist nämlich, von dem die heutigen Elisabethinen wohl mindestens ebenso durchdrungen sind wie die von anno dazumal!
A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Linz
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