|
Bauchaortenaneurysma
Die Häufigkeit
an einer lebensbedrohlichen Erweiterung der Aorta abdominalis
(Bauchhauptschlagader) zu erkranken beträgt etwa 3
% bei 65-80 jährigen Frauen und Männern. Der
natürliche Verlauf des Bauchaortenaneurysmas ist durch
ein beträchtliches Rupturrisiko gekennzeichnet, das für
Aneurysmen mit einem Durchmesser über 5 cm bis zu 40%
innerhalb von 5 Jahren nach Diagnosestellung liegt.
Die Rupturgefahr,
die die Indikation zur Operation darstellt wird bislang anhand
folgender morphologischer Kriterien des Aneurysmas definiert:
ein Durchmesser von über 5 cm, eine sonographisch
oder computertomographisch nachgewiesene Erweiterung von
mehr als 0,5 cm/Jahr und ein sackförmige Kontur.
Die Standardtherapie
des Bauchaortenaneurysmas bestand bisher im Ersatz des erkrankten
Gefäßabschnittes durch eine chirurgische Implantation
einer Rohr- oder Bifurkationsprothese (= y-Prothese). Da die
Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma meist auch Begleiterkrankungen
aufweisen (z.B.: Herzerkrankungen, Gefäßverengungen
im Bereich der Halsschlagader oder Beingefäße,
diverse Lungenerkrankungen) ist das Risiko einer solchen großen
Operation nicht unerheblich.
Die endovaskuläre
Therapie aortaler Aneurysmen durch Gefäßprothesen
werden in unserem Haus seit 1995 durchgeführt bei dieser
Methode wird - meist von der Leiste aus - die Stent- Prothesenkombination
in die Aorta eingeführt und unterhalb der Nierenarterien
verankert. Die erste derartige Operation wurde im Oktober
1991 in Buenos-Aires von Juan Parodi einem Gefäßchirurgen
und Julio Palmaz (interventioneller Radiologe) durchgeführt.
 |
 |
 |
|
Aortenaneurysma
|
nach Behandlung mittels Stentgraft
|
CT Kontrolle nach Aortenstent
|
Mittlerweile gibt
es mehrere Firmen die endovaskuläre Gefäßprothesen
herstellen, wobei nach wie vor der Handarbeitsteil bei etwa
50% liegt - dies erklärt auch damit die hohen Kosten
dieser Prothesen. Nicht jeder Patient ist für
das neue Verfahren geeignet, so muss ein ausreichender Hals
unterhalb der Nierenarterien vorliegen, ebenso dürfen
die Gefäße im Bereich des Beckens keine Schleifen-
oder Knickbildungen aufweisen. War noch zu Beginn nur etwa
bei jedem 5. Patient eine Stentgraftimplantation möglich,
so können derzeit in unserem Haus 70% der Patienten mit
der endovaskulären Methode versorgt werden. Dabei spiet
sicherlich eine Rolle, dass vermehrt Patienten speziell für
diese Methode zugewiesen werden.
Eine
besondere Bedeutung haben Stentgrafts für die Behandlung
von Aneurysmen (arteriosklerotisch und teiweise
auch dissezierend) im Thorax, Abdomen und Becken erfahren.
|