CAROTISSTENT

   

 

Stentbehandlung der Halsschlagader (Arteria Carotis)

Einleitung:
Die Behandlung der Carotisstenose hat das Ziel, einen Schlaganfall zu verhindern und ist damit eine präventive Maßnahme.

Große internationale Studien zum Nutzen der Carotischirurgie (ECST, NASCET) im Vergleich zur medikamentösen Behandlung von Carotisstenosen zeigten, dass symptomatische Patienten mit einer Lumeneinengung der A. carotis von 70% und mehr von einem Eingriff profitieren. Bei asymptomatischen Patienten ist ein Nutzen einer Sanierung der Stenose erst bei über 80%-iger Lumeneinengung gegeben.

Carotisstents als Alternative zur OP?
Seit einigen Jahren gewinnt die Stentbehandlung der therapiepflichtigen Carotisstenose immer mehr an Bedeutung. 1997 begannen wir als erste radiologische Abteilung in Österreich mit der Stentschienung von Carotisstenosen und konnten seit dieser Zeit große Erfahrung sammeln.
Derzeit werden etwa 60 Prozeduren/Jahr mit Erfolg und geringer Komplikationsrate durchgeführt.

Technik:
Die Stentschienung der Carotisstenose wird in der Regel in Lokalanästhesie durchgeführt, sodass während des Eingriffs mit dem Patienten kommuniziert und er grobneurologisch untersucht werden kann.
Als Zugang dient die Leistenarterie, welche nach dem Eingriff mittels Verschlusssystemen vernäht oder verklebt wird, sodass der Patient bereits nach wenigen Stunden wieder mobilisiert werden kann.
Seit 2001 wird die Stentschienung der Carotisstenose mittels sogenannter cerebraler Protektion durchgeführt, das heißt, dass oberhalb der Engstelle nahe der Schädelbasis während der Stentschienung und Dehnung eine kleines “Schirmchen” aufgespannt wird, welches eventuelle Partikel auffangen kann, und diese nach der Intervention geborgen werden können.
Durch diese Protektion wird das Risiko des Eingriffs auf ein Minimum reduziert.
Während des Eingriffs ist eine kontinuierliche Überwachung mit EKG, Puls und Blutdruck gewährleistet. Vor und nach dem Eingriff erfolgt eine genaue neurologische Abklärung.

hochgradige Carotisstenose
nach Behandlung mittels Carotisstent

Ergebnisse:
Die technische Erfolgsrate der Carotisstentung liegt bei 97%.
Die Rate permanenter neurologischer Komplikationen liegt bei erfahrenen Interventionalisten um 2% und damit im Bereich der überdurchschnittlich guten chirurgischen Resultate.
Derzeit laufen Vergleichsstudien zwischen Operation und Stent.
Bis diese Ergebnisse vorliegen, ist deshalb zu fordern, dass Behandlungsindikation und Ergebnisse von einem unabhängigen Neurologen kontrolliert werden. Kann so belegt werden, dass die Ergebnisse des Carotisstentings denjenigen der gefäßchirurgischen Therapie gleichwertig oder überlegen sind, ist es gerechtfertigt, den Patienten, die im Vergleich zur Operation schonendere Carotisstentschienung anzubieten.

 
 

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