Herzlich willkommen an der 2. Internen Abteilung- Kardiologie, Angiologie, Interne Intensivmedizin

Wir betreuen Patienten mit allen Formen  von Herz- und Gefäßerkrankungen mit besonderen Schwerpunkten wie Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt, Herzklappen- und Herzmuskelerkrankungen, sowie Patienten mit Herzschwäche und Rhythmusstörungen.
Neben dem Versorgungsauftrag wird der Forschung ein besonderer Stellenwert gewidmet. Der hohe akademische Standard der Abteilung ist gesichert durch permanente Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen Studien, sowie  einer ständigen Zusammenarbeit mit amerikanischen Zentren wie der University of Chicago  sowie der Tufts University in Boston mit einer assoziierten Professur an der Medical School des Abteilungsleiters. Zahlreiche Publikationen in renommierten internationalen Zeitschriften, Veranstaltungen von nationalen und internationalen Kongressen und Symposien, sowie  regelmäßige Vorträge und Vorsitze der Abteilungsärzte bei speziellen Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland runden das Bild dieser hochaktiven Abteilung ab. Eine ständige Kooperation mit der herzchirurgischen Abteilung des AKH Linz im Sinne eines Herzteams und darüber hinaus mit weiteren führenden herzchirurgischen Zentren ermöglichen unseren Patienten eine optimale Behandlung in Abhängigkeit ihres Krankheitsbildes.   Neben unserem Lehrauftrag im Sinne des Lehrkrankenhauses für Studenten sind wir auch Anlaufstelle für Stipendiaten Europäischer Fachgesellschaften.

Medizinische Schwerpunkte im Überblick:

Bildgebung in der Kardiologie

Bildgebende Verfahren spielen in der Abklärung, Therapieplanung und Verlaufskontrolle von Herz-Kreislauf Erkrankungen eine wesentliche Rolle. Neben Ultraschallverfahren kommen die Computertomographie und die Kernspintomographie zur Anwendung.

Patienteninformation / Aufklärungsbogen zum Download

  • Die Echokardiographie

    Herzultraschalluntersuchungen stellen seit vielen Jahren das primäre diagnostische Verfahren zur Beurteilung des Herzens und der angrenzenden großen Gefäße dar. Beurteilt werden Größe und Pumpfunktion sowohl des rechten als auch des linken Herzens, die Herzklappen und der Herzbeutel. Ebenso werden normale und abnorme Blutströmungen im Bereich der Herzklappen mit dem Dopplerverfahren untersucht. Mittels Neuentwicklungen (Strain Imaging) ist es auch möglich Funktionsstörungen des Herzmuskels bereits im Ansatz zu erkennen und entsprechende Therapiestrategien rechtzeitig einzuleiten.

    Neben der konventionellen Herzultraschalluntersuchung durch die Brustwand (Transthorakale Echokardiographie) kann bei speziellen Fragestellungen eine über die Speiseröhre eingeführte Ultraschall-Schlucksonde (Transösophageale Echokardiographie) ergänzt werden.

    Neuentwicklungen und Fortschritte in der Computertechnologie ermöglichen sogar eine 3-dimensionale Darstellung von Herzstrukturen, insbesonders Herzklappen, Raumforderungen in den Herzhöhlen und sogar die dreidimensionale Darstellung von Blutströmungen ist möglich.
    Die wesentlichen Vorteile der Echokardiographie sind deren rasche und universelle Verfügbar- und Einsetzbarkeit. Für den Patienten stellt sie keine wesentliche Belastung dar.
  • Die Computertomographie

    Die Computertomographie des Herzens ist in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Ergänzung der vorangegangenen Herzultraschalluntersuchung. Neben dem Nachweis und der Quantifizierung von Kalkablagerungen im Bereich der Herzkranzgefäße können diese durch gleichzeitige Verabreichung eines Röntgenkontrastmittels über eine periphere Vene direkt dargestellt werden.
    Einschränkungen der Abbildungsqualität sind exzessive Kranzgefäßverkalkungen und Metallimplantate wie z.B. Stents oder mechanische Herzklappen. Daneben kann die Herzpumpfunktion und der Herzbeutel mitbeurteilt werden.
    Der große Vorteil dieser Methode ist die Durchführbarkeit auch bei Patienten nach Schrittmacherimplantation.
  • Die Kernspintomographie

    Diese Bildgebung benötigt keine Röntgenstrahlen und kein Röntgenkontrastmittel. Es liefert exzellente Bilder der Herzsturkturen /-funktion und dies auch bei Patienten mit stark eingeschränkter Untersuchungsqualität im Herzultraschall.
    Ein weiterer Vorteil ist die gleichzeitige gute Beurteilbarkeit der angrenzenden Strukturen im Brustbereich, inklusive der großen Gefäße, bzw. Raumforderungen wie Tumore oder Blutgerinnsel. Die ergänzende Verabreichung eines „Nicht-Röntgen-Kontrastmittels“ (Gardolineum) ermöglicht den Nachweis von Narben nach durchgemachten Herzinfarkten, Herzmuskelentzündungen bzw. krankhaften Ablagerungen im Herzmuskel.
    Die Notwendigkeit zu dieser Untersuchung wird durch den Spezialisten vorgegeben.

Interne Intensivstation

Das Team unserer Internen Intensivstation mit 30 MitarbeiterInnen sieht es als seine Aufgabe, das gesamte Spektrum der Behandlung internistischer Notfälle sowie intensivmedizinische Betreuung nach dem neuesten Stand medizinischen Wissens anzubieten. Dafür stehen uns 10 Intensiv-medizinische Betten mit zentraler Monitorüberwachung zur Verfügung, 6 davon sind  mit je einer modernen Respiratoreinheit ausgestattet zur maschinellen Beatmung, neuere Formen nichtinvasiver Beatmung stehen an allen Intensivbetten zur Verfügung, auch neue Methoden extrakorporaler Verfahren (NovaLung) zum Gasaustausch werden an unserer Intensivstation angewandt.

Des Weiteren werden über zentrale Monitoreinheiten herzerkranke Risikopatienten von anderen Stationen überwacht um damit ein lückenloses Alarmmeldesystem zu gewährleisten.

In der Betreuung kritischer Lungenerkrankungen stehen uns Lungenfachärzte rund um die Uhr zur Verfügung, und so können alle bronchoskopischen Interventionen durch speziell dafür geschulte Ärzte auf der Intensivstation jederzeit zum Einsatz kommen.

Die räumliche Integration des Herzkatheterlabors in den Intensiv-Bereich ermöglicht jedwede Intervention am Herzen auf schnellstem und direktem Wege, was insbesondere für die Betreuung des akuten Herzinfarktes, des kardiogenen Schocks und anderer kritischer Herzerkrankung von großem Vorteil ist. Die sofortige Wiedereröffnung von verschlossenen Herzkranzgefäßen im akuten Infarkt, der Einsatz der intraaortalen Ballonpumpe und die Behandlung bedrohlicher Rhythmusstörungen ist durch die übergreifende Zusammenarbeit zwischen Katheterlabor und Intensivstation am besten gewährleistet. Auch für die Nachbetreuung kritischer Eingriffe am Herzen wie kathetergestützte Klappenimplantationen, Verschlüsse von Herzscheidewanddefekten und komplexen Ablationsprozeduren bei Rhythmusstörungen kann diese enge Kooperation mit der Intensivstation das mögliche Risiko für den Patienten entscheidend minimieren und gehört zum Standard unserer Intensivstation.  Es wurde besonders auf diesem Gebiete hier ein hohes Niveau an Erfahrung und Expertise aufgebaut.

Die Arbeit an der Intensivstation ist aber nicht alleine kardiologisch ausgerichtet, sondern versteht sich multidisziplinär: In enger Kooperation mit der nephrologischen Abteilung werden alle Nierenersatzverfahren bei kritisch kranken Patienten an der Intensivstation selber durchgeführt und von den Spezialisten der Nierenfachabteilung mit ihrem Fachwissen beraten und überwacht. In gleicher Weise funktioniert eine enge Kooperation mit den Kollegen der gastroenterologischen Abteilung in der Betreuung lebensbedrohlicher gastrointestinaler Blutungen bis hin zur Möglichkeit aller endoskopischen Interventionen – wenn nötig – auch direkt auf der Intensivstation. Enge Zusammenarbeit in der Betreuung von Begleiterkrankung von knochenmarktransplantierten Patienten verbindet uns mit den hämatoonkologischen Kollegen. Insbesondere stellt die Behandlung kritischer Infektionen mit Multiorganversagen auf diesem Gebiet eine intensivmedizinische Herausforderung dar, da das Immunsystem dieser Patienten durch notwendige Medikamente erheblich unterdrückt ist. Septische Patienten werden daher zusammen mit den Intensivmedizinern auch täglich von den klinischen Mikrobiologen und Infektionsspezialisten visitiert, um so eine optimal kalkulierte erregerspezifische Therapie der Infektionskrankheiten sicherzustellen. In allen Bereichen bemühen wir uns, durch Einbeziehung der jeweiligen Fachspezialisten das für den Patienten beste Behandlungskonzept zu erarbeiten.

Die Intensivstation verfügt weiters über ein technisch ausgereiftes „Herzalarmsystem“, das für jeden Akutfall im Krankenhaus durch gleichzeitige Alarmierung ein Ärzte-Einsatz-Team  sowie die notwendige intensivmedizinische Notfallausrüstung zum akut bedrohten Patienten bringt und die schnellstmögliche Behandlung im Notfall sicherstellt.

Über die Behandlung des Patienten nach besten medizinischen Standards hinaus sind uns die Qualitäten der menschenwürdigen Betreuung in dieser Phase des kritischen Krankseins ein vordringliches Anliegen sowie das Eingehen auf seine Sorgen und Ängste. Wir geben den Patienten- und Angehörigen-Gesprächen Raum und für die Begleitung sterbenskranker Patienten haben wir für Angehörige die Möglichkeit zur Übernachtung am Patientenzimmer geschaffen.

DGKP Friedrich Geyrhofer, MBA

Bereichsleiter DGKP Friedrich Geyrhofer, MBA

„Die besondere Berücksichtigung der Angehörigen von schwerst erkrankten Patienten spiegelt sich wider in einem Zertifikat, das uns 2009 von der deutschen Stiftung 'Pflege' für professionellen Umgang mit Patientenangehörigen verliehen wurde."

Herzkatheterlabor

Die Diagnostik und Therapie  im Katheterlabor umfasst die Darstellung der Herzkranzgefässe mittels Röntgenkontrasttechnik (Koronarangiographie), und wenn nötig im Rahmen der Untersuchung die Beseitigung von lebensbedrohlichen Engstellen durch Dehnung (Dilatation)und Drahtstützen (Stents).
Diese Prozeduren werden bei uns rund um die Uhr  jederzeit durchgeführt. Insbesonders die Wiedereröffnung von verschlossenen Herzkranzgefässen im akuten Herzinfarkt ist uns ein Anliegen, da rasches Eingreifen Herzmuskelgewebe rettet und häufig für den Patienten überlebenswichtig ist. Die Einbindung des Herzkatheterlabors in die Intensivstation in unserem Haus ist daher von großem Vorteil für den Patienten, da alle intensivmedizinischen Begleitmaßnahmen unmittelbar verfügbar sind, einschließlich   Behandlung mit der Ballonpumpe, assistierter Beatmung und Kühlung des Patienten, wenn dies die Situation des Patienten erfordert.

Neben der Behandlung von Herzarterien erfolgen sämtliche diagnostische Herzkatheterverfahren, die sich im Rahmen von Herzklappenfehlern oder Herzmuskelerkrankungen als nötig erweisen.  So gehören etwa die Gewebsentnahme aus dem Herzen bei transplantierten Patienten oder bei Patienten mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung zu unseren Routineverfahren.

Angeborene Kurzschlussverbindungen innerhalb des Herzens zwischen den Herzhöhlen wie der sogenannte Vorhofseptumdefekt oder das angeborene offene „Foramen ovale“ werden heute mit Hilfe der Herzkathetertechnik verschlossen, wodurch dem Patienten die Operation am offenen Herzen erspart werden kann. Bislang haben wir mehr als 300 Katheterverschlussverfahren  für diese Fragestellung  ohne Komplikationen durchgeführt. Bei bestimmten Herzmuskelerkrankungen mit Verdickung der Kammerscheidewand kann eine Verbesserung der Herzleistung durch eine Verödungstechnik in bestimmten Herzarterien erzielt werden.

Patienten, die sich bei bestimmten Herzklappenfehlern ( z. B. einer verengten Schlagaderklappe) auf Grund eines zu hohen Risikos nicht mehr für eine herkömmliche Herzoperation eignen, kann an unserer Abteilung mittels einer spezialisierten Technik durch Einbringung einer neuen Klappe über den Herzkatheter geholfen werden.

Im Falle einer  undichten Ventilklappe zwischen der linken Herzvorkammer und der linken Herzkammer kann die Klappenfunktion durch Einbringen einer  Klammer (MitraClip)verbessert werden. Auch dieses Verfahren wählt man, wenn eine herkömmliche Operation für denPatienten zu riskant erscheint.

OA Dr. Wolfgang Tkalec

OA Dr. Wolfgang Tkalec

„Wir haben dieses Verfahren 2009  als Pionierleistung erstmals in Österreich durchgeführt. Wegen der dazu notwendigen Kompetenz auf dem Gebiet der Herzklappenintervention in Kombination mit 3-dimensionalem Ultraschall, der gleichzeitig über die Speiseröhre erfolgt, waren wir über zwei Jahre das einzige Zentrum in Österreich, das dieses Verfahren angeboten hat. Bislang sind weltweit mehr als 4.000 Prozeduren (Stand Jänner 2012) erfolgt.“

Rhythmuslabor

Herzrhythmusstörungen sind elektrische Störungen der Herztätigkeit, die mit unregelmäßigem Puls einhergehen. Dabei werden Bradykardien (Störungen mit langsamen Puls) von Tachykardien (Störungen mit schnellem Puls) unterschieden. Bei Bradykardien mit enstprechenden Beschwerden (Schwindel, Ohnmacht) kommen heute Schrittmachersysteme zum Einsatz, die die zugrundeliegende Störung gezielt beheben können. Bei Tachykardien werden grundsätzlich Medikamente, implantierbare Geräte (Schrittmacher, Defibrillatoren bei lebensbedrohlichen Störungen) und die Ablation (Verödung von Gewebe) eingesetzt.

Vereinfacht verläuft eine Ablation wie folgt: Zunächst wird im Rahmen einer vorangehenden  elektrophysiologsichen Untersuchung (EPU) nach Vorbringen von dünnen Sonden über die Leistenregion ins Herz dessen elektrische Aktivität aufgezeichnet und computergestützt analysiert.  Danach werden durch gezielte Abgabe von elektrischen Impulsen elektrischen Störungen (Tachykardien) ausgelöst. Zuletzt wird eine spezielle Sonde eingebracht, die Gewebebezirke durch lokales Erhitzen veröden kann, so dass aus dieser Zone keine Unregelmäßigkeiten mehr auftreten können. Viele Eingriffe werden unterstützt durch eine 3-dimensionale Visualisierung durchgeführt, dadurch gelingt eine exakte räumliche Analyse der Herzströme, die eine erfolgreiche und schonende Verödung von  leitungsfähigem Gewebe ermöglicht.

OA Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner

OA Univ.-Prof. Dr. Helmut Pürerfellner, Leiter des Departments für Rhythmologie

„Wir haben in den letzten zehn Jahren insgesamt über 5000 Prozeduren durchgeführt und sind damit das größte Einzelzentrum für die Ablation in Österreich. Gerade bei Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung überhaupt, hat unser Rhythmuslabor eine überregionale Bedeutung erlangt, davon zeugen nicht zuletzt auch über 1.500 Eingriffe auf diesem Gebiet allein. Wir können zusätzlich auf eine rege wissenschaftliche Tätigkeit  verweisen, so dass wir unsere Ergebnisse auf zahlreichen nationalen und internationalen Kongressen veröffentlichen könnten. Zusätzlich haben wir durch unsere Aktivität als ein akademisches Ausbildungszentrum für in- und ausländische Kollegen (Fellowship Programm der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie) viele Kontakte geknüpft und uns als Kompetenzzentrum etabliert.“