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Hilfe für pflegebedürftige Familienangehörige

Wie hilft man jemandem, der plötzlich an Lungenentzündung, Herzinfarkt oder Diabetes erkrankt – dem eine Hand oder ein Bein amputiert wurde – und der sich nach einem Krankenhausaufenthalt nur mehr eingeschränkt bewegen kann beim Essen, Trinken oder aufs Klo gehen? Wie bewegt man jemandem aus dem Bett in den Rollstuhl hinein? Und zwar so, dass die Bewegungsabläufe, die vor der Erkrankung selbstverständlich waren, wieder erlernt werden können?


Fragen, mit denen Menschen oftmals überfordert sind, wenn plötzlich jemand aus ihrem engsten Umfeld im Krankenhaus landet und danach vorübergehend oder für längere Zeit auf ihre Hilfe angewiesen ist. Fragen, mit denen auch die Kinaesthetics-Trainerin und Lehrerin der Krankenpflegeschule der Elisabethinen Linz Brigitte Käferböck immer wieder konfrontiert wurde, als sie noch als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin in der chirurgischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Elisabethinen arbeitete.

Aufgrund der starken Nachfrage organisiert die für Kinaesthetics geschulte Krankenschwester neben den bewährten Kinaesthetics-Workshops im Krankenzimmer der Patienten jetzt auch gezielte Kinaesthetics-Kurse für Angehörige in der Pflegewerkstatt der Elisabethinen.

Käferböck: „Das besondere an unserem Angebot ist, dass wir Patienten und Angehörigen bereits während ihrem Krankenhausaufenthalt helfen können und nicht erst, wenn sie zuhause sind. Wir gehen an Ort und Stelle auf die Erkrankungen und individuellen Bedürfnisse der beteiligten Personen ein, schauen ganz gezielt, wo es Bewegungs-Potentiale gibt und wo es Impulse braucht, damit Personen, die in ihrer körperlichen Beweglichkeit eingeschränkt sind, möglichst viel von ihrer Bewegungsfreiheit zurückgewinnen.

Im Grundkurs zeigen wir den Betroffenen, wie der Bewegungsapparat des Menschen aufgebaut ist, wie das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung funktioniert und wie sich die Bewegung des Pflegenden auf den Patienten überträgt. Dabei erfahren die Beteiligten auch, wie sie  sich in die nächste Position stabilisieren können und sich Pflegende und Gepflegte dabei gegenseitig unterstützten können. Denn nur, wenn man diese Mechanismen kennt, kann man sie auch besser in die Pflege integrieren und alle Beteiligten glücklicher und zufriedener machen.

Der nächste Grundkurs startet am 30. September um 8.30 Uhr in der Pflegewerkstatt der Elisabethinen. Parallel dazu findet in denselben Räumlichkeiten ein Aufbaukurs statt, bei dem AbsolventInnen eines Grundkurses ihr Wissen vertiefen können. Beide Kurse werden von den Fachsozialbetreuerinnen Maria Kroiß und Karin Obermühlner geleitet und finden zu folgenden Terminen statt: 

30.09.2017 8.30-12.30
14.10.2017 8.30-12.30
20.10.2017 8.30-17.00
10.11.2017 8.30-12.30

Die Kinästhetik-Kurse richten sich an pflegende Angehörige, mit Erkrankungen aus allen medizinischen Bereichen, egal welcher Altersstufe und Beeinträchtigungsgrad. Die Kosten für den Grundkurs betragen 280,- EUR pro Teilnehmer/in – der Aufbaukurs kostet 350 EUR.

Nähere Informationen bei Brigitte Käferböck unter Tel.: 0732/ 7676-5753
E-Mail: brigitte.kaeferboeck[at]ordensklinikum.at 

Beitrag vom 30.June 2017